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„Sanierung? Bitte staubfrei!“

Herbert Juecker Staubfrei durch LuftsteuerungHerbert Jücker − Firmeninhaber und Geschäftsführer der Herbert Jücker GmbH

Staubschutz durch Luftsteuerung (staubfrei umbauen)

Ich bin in Selm, dem Tor zum Münsterland, mit dem Maurermeister und Bauunternehmer Herbert Jücker verabredet. Im Gespräch unter Kollegen am Vorabend der Frühjahrestagung des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen hatte ich mich bereits mit Herbert verabredet. Mir gefiel die Art der „neuen Wege“, die er als unser Verbandsmitglied geht und mir schilderte. Auf seine Art − eher etwas zurückhaltend, ruhig aber mit der nötigen Portion Selbstvertrauen. Für dieses Interview hatte ich mir im Vorfeld die Internetseite der Bauunternehmung Herbert Jücker angeschaut. Herbert versprach dem Bauherren nicht nur die Lösungen seiner Probleme, sondern erläuterte u. a., dass Bauen nicht nur eine jahrtausend alte Tradition besitzt, sondern der/die Bauherr/in sich bei ihm in „guten Händen“ und wohlaufgehoben fühlen darf.

Moin Herbert, Du hast Dir ja einen interessanten orangefarbenen Internetauftritt ausgewählt. Hast Du die stimulierende und stimmungsaufhellende Farbe Orange bewusst ausgesucht?

Guten Morgen Rainer, schön Dich zu sehen und dass es mit unserem Treffen geklappt hat. Ja, die Farbe habe ich bewusst ausgesucht. „Neu macht glücklich!“ Und nach Baumaßnahmen darf man das auch sein. In ihren Tönungen gilt Orange aber auch für Erfrischung, Fröhlichkeit und steht ebenso für Freude. Wir bauen mit und für die Freude − das hat doch was.

Wie bist Du aufgestellt?

Das Team der Herbert Jücker Bauunternehmung.

Das Team der Herbert Jücker Bauunternehmung.

Meine Mitarbeiter verfügen über umfangreiche Fachkenntnisse, z. B. wie man eine druckwasserdichte Innenabdichtung herstellt, Wanddurchbrüche in komplizierter Form verwirklicht oder eine Fassadenhydrophobierung erfolgreich durchführt. Mir ist sehr gut ausgebildetes Personal wichtig, denn nur so kann ich meinen Qualitätsanspruch halten und steigern. Allein zwei meiner Mitarbeiter haben den SIVV-Schein (Betoninstandsetzung), ein Mitarbeiter ist Stuckateurmeister (Fassadenbau), ein weiterer ist Fliesenleger und Maurer und zwei andere sind Maurer im Hochbau. Ebenfalls zu erwähnen ist die gute Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Ich habe bereits vier Mitarbeiter über die Arbeitsvermittlung eingestellt. Mein Betrieb ist ein Ausbildungsbetrieb. Es ist mir sehr wichtig, jungen Menschen die Chance auf eine gute berufliche Zukunft zu geben. In meinem Betrieb habe ich bereits zwei Auszubildende zum Maurer ausgebildet. Davon hat der erste Auszubildende mit Auszeichnung als Jahrgangsbester seine Lehre abgeschlossen und danach ein Studium begonnen. Der zweite Auszubildende wurde nach dem Ende seiner Ausbildung zum Maurer von mir übernommen und bekommt von mir die Förderung für die Weiterbildung zum Holz- und Bautenschutzmeister. Ein dritter junger Mann begann im August seine Ausbildung bei uns.

Ich spüre einen außerordentlichen Teamgeist im Unternehmen.

Betriebsausflug zur Baumesse „Bauma“ in München.

Betriebsausflug zur Baumesse „Bauma“ in München.

Seit 2013 nehmen mein Team und ich an einer alljährlichen Kanu-Regatta teil, das bringt allen viel Spaß und schweißt das Team beim gemeinsamen Wettkampf mit anderen Firmen zusammen. Ich war auch schon zweimal gemeinsam mit meinen 7 Mitarbeitern (inklusive der Bürokraft) auf der Baumesse „Bauma“ in München. Hier sind wir bequem mit dem Flugzeug angereist. Ich bin davon überzeugt, dass all diese Möglichkeiten bzw. Angebote, die ich meinen Mitarbeitern anbiete, dem guten Betriebsklima und der allgemeinen Arbeitszufriedenheit zugutekommen.

Was sind Eure Tätigkeitsschwerpunkte?

Die eines klassischen Bauunternehmens! Selbstverständlich dichten wir auch alles selbst ab, denn im Bautenschutz sind wir im Bereich der Bauwerksabdichtung ebenfalls zu Hause, egal ob die Abdichtung von außen, innen oder mit Injektionen ausgeführt werden muss. Ach ja, nicht dass ich es vergesse, momentan haben wir allein im Denkmalschutz drei Baustellen. Einen Kirchturm stabilisieren wir, weil die angebaute Kirche abgerissen wird. Eine Fassadensanierung mit Balkonerneuerung direkt am Borsigplatz in Dortmund und wir bauen ein Bauernhaus um. Unser Vorteil ist: Wir decken eine Menge ab, ohne dass der Bauherr andere Gewerke einschalten muss − alles aus einer Hand, für alles einen Ansprechpartner!

Herbert, was hältst Du von Weiterbildung?

Ein Mitarbeiter gibt nicht immer 100 % seiner Leistung, beeinflusst durch äußere Gegebenheiten. Meiner Meinung nach kann man durch Schulungen, die man seinen Mitarbeitern ermöglicht, weitere 15% der Leistungsbereitschaft abrufen. Durch meine Investitionen in Maschinen und Geräte haben meine Mitarbeiter immer die besten Gerätschaften zur Hand. Jeder ausgebildete Mitarbeiter wurde z. B. von mir mit einem voll eingerichteten Transporter mit Regalsystem und Handgeräten ausgestattet. So zeige ich meinem Personal, dass ich daran interessiert bin, dass sie ihre Arbeiten leichter und schneller erledigen können. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass wir erfolgreicher sind, wenn ich den Mitarbeitern genügend Zeit für die Ausführung ihrer Arbeiten gebe.

Wie bist Du denn dann nach SanReMo (Sanierung/Renovierung/Modernisierung) gekommen?

Um von der Schlechtwetterzeit unabhängig zu sein, fasste ich den Entschluss, in die Sanierung zu gehen. Mein Wunsch war es, mich mit Abdichtung, Umbau und vor allem mit der Problembehebung am Bau zu beschäftigen. Bei Arbeiten, die statische Veränderungen zur Folge haben, damit meine ich Wanddurchbrüche, Unterfangungen, das Schneiden von Wänden und Decken für Türen im Mauerwerk oder Beton, Bohrungen für Dunstabzugshauben oder Schneiden von Deckenöffnungen in Betondecken für eine nachträgliche einzubauende Treppe, hier tat sich für mich ein super Alleinstellungsmerkmal auf: staubfreies Bauen! Staubfrei umbauen und renovieren! Unsere Kunden brauchen keine Möbel abdecken oder womöglich auslagern.

Kannst Du unseren Lesern erzählen, wie Du zum staubfreien Sanieren gekommen bist?

Da mein Qualitätsanspruch sehr hoch ist, störte mich im Laufe der Zeit immer mehr, dass wir die Baustellen bzw. die Häuser der Kunden vollstaubten. Es musste Abhilfe geschaffen werden. 2012 gab es nur wenige Systeme, die ich zum Thema Staubschutz ausprobieren konnte. Ich begab mich auf die Suche nach einer für meine Ansprüche erfüllenden Lösung. Auf Baumessen knüpfte ich Kontakte zu den verschiedensten Herstellern und eignete mir so umfangreiches Wissen an, bis ich mir meine eigenen Systeme zur Vermeidung von Staub auf Baustellen zusammenstellte. Es gab bzw. gibt auch heute noch keine umfangreichen offiziellen Angaben, wie solch ein System funktioniert. Ich investierte in wasserführende Schneidgeräte mit Elektroantrieb und weitere Luftreiniger mit Schutzwänden. Des Weiteren entwickelte ich einen Leitfaden zum Thema „Staubschutz durch Luftsteuerung“. Aus den geschriebenen Angeboten wurden sehr schnell Aufträge. Wir haben mittlerweile etliche Umbauten mit intensivem Staubschutz abgewickelt, unter anderem Geschäftsräume, Hallen, Apotheken, Intensivstationen, Privatwohnungen und viele mehr.

Folgendes Praxisbeispiel kann es verdeutlichen. In dieser Wohnung durfte das sehr edle Interieur weder ausgelagert noch verschmutzt werden. Eine falsch verlegte Wasserleitung musste neu verlegt werden. Hier setzte die Herbert Jücker GmbH Staubschutz durch Luftsteuerung im Unterdruckverfahren in Kombination zum Durchzugsverfahren ein.

Hört sich plausibel an, doch was heißt das in der Praxis?

Grundlage des Systems ist, dass der eigentliche Baustaub sich auf möglichst kleinen Raum beschränken (Graubereich) sollte und anfallender Staub sollte möglichst bei der Entstehung vermieden werden. Idealer Maschineneinsatz ist hierfür zwingend erforderlich, wie z. B. der Einsatz von rennschleifer mit Wasserführung. Baustaub sollte immer am Ort der Arbeiten verbleiben und auf den Boden sinken! Der Staub sollte direkt mit einer Schneidabsaugeinrichtung oder mit Wasser gebunden abgefangen werden. Voraussetzung ist, dass das Team vor Ort umfangreich geschult und zum Thema Staubschutz sensibilisiert worden ist. Fremdfirmen sollten unterwiesen und auch zum Staubschutz sensibilisiert werden.

Für alle Beteiligten gilt:

  • Grundsätzlich Fenster und Türen schließen.
  • Der Staub sollte nach Möglichkeit auf den Boden fallen oder direkt mit einem Handsauger abgesaugt werden.
  • Bauschutt mit Wasser anfeuchten oder bewässern. Maschinen mit Nassschneideverfahren verwenden.
  • Estrich in Würfel schneiden (40/40) und abtransportieren.

Was darf ich unter „Staubschutz durch Luftsteuerung“ verstehen?

Wir teilen die Bereiche in Zonen ein und unterscheiden in Offenen und Geschlossenen Staubschutz.

  • weiß (Räume sind sauber und bleiben es auch)
  • grau (Räume in denen gearbeitet wird mit Staubentwicklung)
  • schwarz (Räume mit Asbestsanierung, sie sind für den Staubschutz nicht relevant)
  • Offener Staubschutz, hier findet keine räumliche Trennung zwischen den Bereichen weiß und grau statt.
  • Geschlossener Staubschutz mit klarer räumlicher Trennung zwischen Weiß- und Graubereich (z. B. durch eine Staubwand als Durchströmungswand).

Entsprechend den Baustellenanforderungen setzen wir unterschiedliche Luftsteuerungsverfahren ein:

  • Durchzugverfahren
  • Druckverfahren
  • Unterdruckverfahren
  • Unterdruck/Überdruckverfahren

Jetzt geht‘s ins Detail. Kannst Du unseren Leserinnen und Lesern die Luftsteuerungsverfahren kurz beschreiben?

Gern, ich beginne mit der Beschreibung des Durchzugsverfahrens einfach und häufig in der Anwendung und von daher kostengünstig: Durch kontrolliertes Einleiten und Ausleiten von Luft in einem Gebäude entsteht erst ein geringer Überdruck. Wird dann z. B. ein Fenster vergrößert, tritt die eingeleitete Luft an der Stelle aus. Der Überdruck fällt ab und es entsteht ein Durchzug, die Arbeiten an dem Fenster können erledigt werden, der Staub wird mit der Luft nach außen getragen. Entsteht Staub im Durchzugbereich, wird dieser z. B. über einen Ventilator nach außen gesogen, wie z. B. bei Umbauarbeiten in einem Keller. Wir setzen dieses Verfahren auch zur Erstellung einer Halleneingangsöffnung ein. Aus Erfahrung möchte ich für das Durchzugverfahren folgendes empfehlen:

Schematische Darstellung. Unterdruckenerzeugung

Schematische Darstellung.

Baustelleneinteilung.

Baustelleneinteilung.

 

Immer Gebläse mit Sackfilter oder Luftreiniger mit Trockenfilter verwenden, damit die Luft, wenn möglich, abgesaugt und gefiltert werden kann, um Einflüsse von innen auszuschließen und zudem kein Staub zum Nachbarn oder in andere Bereiche gelangt. Wird Luft eingeblasen, so muss sichergestellt werden, dass der austretende Staub kontrolliert nach außen geleitet wird. Es handelt sich beim Durchzugverfahren um einen offenen Staubschutz. Beim Luftüberdruckverfahren wird durch kontrolliertes Einleiten von Luft in einem Gebäude ein geringer Überdruck im Weißbereich erzeugt. Wenn dann Arbeiten an der Außenfassade, z. B. beim Vergrößern von Fensteröffnungen, durchgeführt werden, wird durch eine zuvor aufgestellte Staubwand die Luft gleichbleibend kontrolliert und in den Graubereich gesteuert. Es handelt sich um einen geschlossenen Staubschutz mit Durchströmungswand. Dieses Verfahren funktioniert nicht mit Luftreinigern mit Wasserfilter. Meine Empfehlung: Gebläse mit Sackfilter oder Luftreiniger mit Trockenfilter verwenden, um Einflüsse von außen, wie Pollen, Staub usw., auszuschließen.

Vorteil des Lufftüberdruckverfahrens ist, dass es sich gut für Arbeiten in sensiblen Bereichen und für Arbeiten an der Außenwand eignet, wie z. B. Wohnzimmerfenster vergrößern. Beim Luftunterdruckverfahren wird Luft kontrolliert aus einem Raum abgeleitet, z. B. durch ein Fenster mit Absaugöffnung. Im Raum entsteht ein geringer Unterdruck (Graubereich). Die Zuluft kommt aus dem Weißbereich und es entsteht eine Durchströmungswand im Bereich der Tür oder der zuvor aufgestellten Staubwand. Ein sehr beliebtes Verfahren bei der Badezimmersanierung. Empfehlung: Luftreiniger mit Wasserfilter oder mit Trockenfilter und Lüfter mit Sackfilter können eingesetzt werden, damit die Luft, wenn möglich, abgesaugt und gefiltert werden kann, um Einflüsse von innen auszuschließen. Staub gelangt nicht in andere Bereiche oder belästigt den Nachbarn.

Auszeichnung 2016 Maurer und BetonbauerEs handelt sich um einen geschlossenen Staubschutz mit Durchströmungstür. Vorteil: Eignet sich gut zur Badezimmersanierung oder einzelner Räume. Wir setzten hierbei oftmals zusätzlich kostengünstige Luftreiniger mit Wasserfilter ein. Zum Schluss möchte ich das sehr sichere Luftunterdruck-/Luftüberdruckverfahren beschreiben. Hierbei wird durch kontrolliertes Ausleiten von Luft aus einem Raum oder einer Staubwandeinhausung ein Unterdruck in diesem Raum oder der Einhausung (Graubereich) erzeugt. Durch das Einleiten der abgesaugten Luft entsteht ein Überdruck in den Nachbarräumen (Weißbereich).
Anzuwenden z. B. bei Arbeiten im Gebäude und beim Erstellen eines Durchbruchs.
Empfehlung: Funktioniert nur mit Luftreinigern mit Trockenfiltern. Es handelt sich um einen geschlossenen Staubschutz mit Durchströmungswand.
Vorteil: Komplexer Staubschutz kann erstellt werden und das macht dieses Verfahren sehr sicher!

Danke Herbert für Deine umfassenden Ausführungen. Wie sagtest Du gerade noch? „Bauen ist längst nicht mehr Stein auf Stein, sondern besteht aus Wissen, moderner Technik und Erfahrung.“ Ich habe den Eindruck, dafür steht die Bauunternehmung Herbert Jücker. Ach ja, auch ich hab im Vorfeld ein wenig in die Farbpsychologie der Werbung geschaut. Hier gilt Orange nicht nur als eine warme Farbe, sie steht für Aktivität, Geselligkeit, Kommunikation und Kreativität. So habe ich nun die Bauunternehmung Herbert Jücker kennengelernt. „Darüber hinaus besitzt Orange die Eigenschaft ein günstiges Preis-Leistungsverhältnis zu signalisieren“
² – also den Preis wertiger Produkte preiswerter erscheinen zu lassen. Respekt, Herbert! Wohl gewählt.

Quellen:
1) Website www.juecker-plus.de; Herbert Jücker GmbH;
Dorfstr. 10; D-59379 Selm-Cappenberg.
2) http://www.emergy-interactive.de/farbpsychologiein-der-werbung

Quelle: Schützen & Erhalten (DHBV) – Dezember 2016

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